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KAB fordert Grundeinkommen für Erziehungsleistung

KAB Diözesanausschuss in Retzbach – Die Delegierten des Diözesanverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) verabschiedeten auf ihrem Diözesanausschuss im Haus für Soziale Bildung, Retzbach, ein neues Fördermodell für Familien. Um Eltern eine echte Wahlfreiheit im Sinne einer individuellen Kombination zwischen beruflicher Tätigkeit und Kindererziehung zu ermöglichen, fordert die KAB ein Grundeinkommen für Erziehungsleistung in Höhe von 1800,- Euro. Auch für eine Änderung der Erbschaftssteuer sprachen sich die Delegierten aus.

Immer mehr junge Familien wünschen sich eine gleichberechtigte Aufteilung von beruflicher Tätigkeit und Kindererziehung, entscheiden sich aber häufig aufgrund finanzieller Überlegungen für das Hauptverdiener-Modell mit oft nachteiligen Folgen für den Elternteil, der sich hauptsächlich um die Kindererziehung kümmert. Mit einem gesicherten Grundeinkommen für Erziehungsleistung ließen sich Familie und Beruf für beide Ehepartner gleichberechtigt aufteilen, so Diözesanvorsitzende Hiltrud Altenhöfer.
Refinanzierungsmöglichkeiten sieht KAB Diözesanvorsitzender Harald Mantel, Schweinfurt, vor allem in der Reduzierung der Förderung des traditionellen Einverdiener-Familienmodells. Einigen unterfränkischen Bundestagsabgeordneten wurde dieses Modell bereits vorgelegt. Jetzt hat die KAB eine Einladung zu einem Gespräch mit den Fachleuten der Fraktionen des Familienausschusses des deutschen Bundestages erhalten, um dieses Modell zu besprechen.
Desweiteren haben sich die Delegierten für eine Reform der Erbschaftssteuer ausgesprochen. Die Idee ist, dass bei Betriebserhalt die Erbschaftssteuer nicht einfach wegfallen, sondern nur vom Staat gestundet werden soll, solange der Betrieb von den Erben weitergeführt wird.
Im Rahmen der Jahresaktion „125x aktiv für Gerechtigkeit'' pflanzten die Delegierten einen Speierling, der symbolisch immer wieder Früchte der Gerechtigkeit hervorbringen soll. Es wurde eine Plakette mit dem Bibelspruch „Die Frucht der Gerechtigkeit wird der Friede sein“ (Jes. 32,17) zur Erinnerung an das 125jährige Jubiläum des Diözesanverbandes angebracht.
Dabei entstanden zahlreiche Ideen, was konkret vor Ort an Aktionen für Gerechtigkeit durchgeführt werden kann – vom Willkommenscafé für Flüchtlinge über einen Infostand zum Equal Pay Day bis hin zu einem interreligiösen Gespräch über Gerechtigkeitsvorstellungen.
Der Verband strebt bis zum August 2016 an, mindestens 125 Aktionen für Gerechtigkeit vor Ort durchzuführen und die Ergebnisse auf der homepage 125xaktiv.kab-wuerzburg.de zu veröffentlichen, um zur Nachahmung anzuregen.

Rudi Großmann

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