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Warnstreik ist Lobby in eigener Sache

KAB zum Warnstreik im öffentlichen Dienst – Wer zahlt die Zeche?

Wer zahlt die Zeche? Das fragen sich viele beim Gedanken an die Konjunkturpakete. Ist es Ironie des Schicksals, dass die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in Zeiten leerer Kassen fallen?

Manche verwundert die Forderung der Beschäftigten nach 5% mehr Lohn. Doch allein ums Geld geht es nicht: Die Übernahme von Auszubildenden und die Verlängerung der Altersteilzeit sind weitere Forderungen in den Verhandlungen. Der KAB Diözesanverband unterstützt die Beschäftigten in ihrem Einsatz.

Die öffentlichen Kassen sind leer, das ist bekannt. Ist es verwegen, dennoch für mehr Geld auf die Straße zu gehen?
Wie kommt es, dass kein Geld mehr da ist in den Kassen?  Ursache der "Pleite" sind politische Entscheidungen, nicht etwa die Beschäftigten. Sollen dennoch sie nun die Lasten zusätzlicher Leistungen wie der Konjunkturpakete schultern, indem sie auf einen angemessenen Lohn verzichten?

"Eure Arbeitsplätze sind sicher", so hieß es immer im öffentlichen Dienst. Wie weit ist es aber her mit einer Sicherheit, wenn die Reallöhne ständig sinken, oder Auszubildende nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden?

Hauptrednerin Luise Klemens, stellvertretende ver.di-Landesleiterin Bayern, hinterfragte in ihrer Rede die Logik der Wirtschaftsförderung: Wenn schon Konjunkturförderung, dann Konjunkturförderung von unten. Wenn Menschen mehr Geld haben, so werden sie auch mehr ausgeben - und folglich die Umsätze steigern. Das komme dann auch der Wirtschaft zu Gute.

Mut machte Klaus Köhler, Referent der KAB und Betriebsseelsorge, bei der Kundgebung am Würzburger Vierröhrenbrunnen: "In der heutigen Lobby- und Wirtschaftsgesellschaft müssen wir unsere eigene Lobby sein und solidarisch Flagge zeigen. Gute Arbeit verdient einen gerechten Lohn, von dem alle menschenwürdig leben können. Das hat auch Papst Johannes Paul II. in seiner Sozialenzyklika Laborem Exercens festgehalten."

Rudi Großmann

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