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Die Krise ist eine politische Krise!

Fachtagung zur aktuellen Wirtschaftspolitik –

Ist das Bruttosozialprodukt einziger Indikator unserer Lebensqaualität?  Warum steigt das Bruttosozialprodukt, wenn ein Auto repariert wird, nicht aber, wenn Kinder erzogen werden?
Nicht umsonst ist diese Diskussion in Frankreich gerade aktuell, was eigentlich ins Bruttosoziialprodukt gerechnet werden soll.

Diese und andere Fragen waren Thema beim DialogForum Frau + Politik der KAB LAG Bayern und kifas. Auch der KAB Diözesanverband Würzburg war durch einige Vertreterinnen an der Veranstaltung beteiligt.

Durch Impulse von Dr. Gabriele Schambach (Genderworks) und Prof.Dr. Gabriele Michalitsch (Wirtschaftsuniversität Wien) wurden Wege aus der Krise beleuchtet. Eine Krise, die in keinster Weise eine nur wirtschaftliche ist, sondern auch und vor allem eine poitische.

Ein Aspekt waren die bisherigen Interventionen. Es wurde deutlich: Von den Konjunkturpaketen profitieren in großem Maße Männer. 
Sinnvoller und auf lange Sicht hilfreicher wäre es jedoch, konjunkturunabhängige Berufe vor allem in der bezahlten Versorgungsarbeit (z.B. Pflege) zu fördern. Ebenso wichtig wäre es, die vorhandene Erwerbsarbeit auf mehr Menschen zu verteilen, beispielsweise durch Arbeitszeitbegrenzung.

Um Binnennachfrage wirklich anzukurbeln, müssten insbesondere die unteren Einkommen gesteigert werden. Die Einführung eines Mindestlohns ist überfällig. Die KAB fordert ihn schon lange: 9,20 € wären angemessen, um auch im Alter ausreichend abgesichert zu sein.

Alle aktuellen Maßnahmen "gegen die Krise" bewirken doch nur, dass der Status Quo erhalten bleibt. Doch wo bleibt der Mensch der doch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft ist (Gaudium et Spes).
Wo bleibt die wirkliche Qualität unseres Zusammenlebens? Sollte es stimmen, was in wirtschaftswissenschaftlichen Fachkreisen kursiert: "Offenbar kann die Welt zugrunde gehen, der Kapitalismus nicht."?

Rudi Großmann

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