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Sozialabbau stoppt Integration

KAB-Diözesanvorsitzende Hermine Lang appelliert an ein besseres Miteinander

Das soziale Miteinander und die gesellschaftliche Teilhabe ganzer Bevölkerungsgruppen wird durch den Sozialabbau auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene verstärkt. Zu diesem Ergebnis kommt der Sozialverband KAB - Katholische Arbeitnehmer-Bewegung. „Die Schließung von offenen Jugendeinrichtungen, Schwimmbädern sowie Sport- und Freizeitanlagen und nicht zuletzt die Streichungen von Fort- und Weiterbildungsangeboten haben die Integration von Einwanderern und ihren Kindern erheblich erschwert“, betonte Hermine Lang, Diözesanvorsitzende der KAB.
Betroffen von diesem Sozialabbau seien nicht nur Migrantinnen und Migranten, sondern auch deutschstämmige Familien mit geringen Einkommen. „Wir haben keine Parallelgesellschaft, hier Deutsche, da Zuwanderer, sondern eine soziale Spaltung der Gesellschaft, in der Geringverdiener, Arbeitslose und Langzeitarbeitslose ausgegrenzt werden. Ein Pflichtkurs in Deutsch schafft noch kein soziales Miteinander“, sagte Lang.

Zuwanderung notwendig
Die KAB Deutschlands fordert in ihrem Migrationspapier die Zuwanderung von Menschen nach Deutschland als eine stetige Aufgabe zu betrachten. „Aus humanitären, wirtschaftlichen, demografischen und arbeitsmarktpolitischen Gründen ist „Zuwanderung notwendig“, so eine der zehn Thesen des KAB-Migrationspapiers. „Als Volk Gottes haben wir Christen eine besondere Verantwortung gegenüber Einwanderern, Flüchtlingen und Asylsuchenden“, sagte Diözesanpräses Peter Hartlaub. Zuwanderung sei keine Belastung, sondern eine Bereicherung für den Einzelnen und für die Gesellschaft.
Die Bundesvorsitzende wies auf die Erfolge der Integration hin. „Waren KAB-Verbände nach dem Krieg in vielen Regionen Deutschlands wichtige Schmelztiegel für Flüchtlinge aus dem Osten, so suchen heute viele KAB-Gruppen in den Pfarrgemeinden den Austausch und das Miteinander mit andersgläubigen Vereinen“, sagte Hartlaub und wies darauf hin, dass Integration ein stetiges Miteinander sei.
„Ob in Sportvereinen, der breiten Palette der Musikszene oder andere kulturellen Veranstaltungen, täglich beweisen Ausländer und Deutsche, dass der stetige Prozess der Integration erfolgreich ist. Dieses Miteinander aus eigener Kraft zu fördern, gelingt immer weniger Sport- und Kulturvereinen, da Zuschüsse gestrichen wurden und die Kommunen sich zurückgezogen haben. Hier ist der Staat aber gefordert“, sagte Hartlaub. Die derzeitige überhitzte Diskussion über Integration sei einem extremen Buch- und Medienmarkt geschuldet. „Wer mit populistisch provozierenden Thesen und mit der Gefahr der Diskriminierung von Mitmenschen sein Buch auf den Markt bringen will, hat die Teilnahme an einer ernsthaften und lösungsorientierenden Diskussion zur Zuwanderung und Integration ausländischer Mitbürger verwirkt“, so der Diözesanpräses.

Rudi Großmann

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