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Wie sozial muss ich sein?

Religiöser Bildungstag des Personalrätekreises und der Senioren – Die Frage, wie sozial ich sein soll, ob es dafür einen Maßstab gibt und wie ich zu einem sozialen Gewissen kommen kann, bewegte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines religiösen Bildungstages der Kath. Arbeitnehmer-Bewegung.

Eingeladen hatte der KAB-Personalrätekreis und die Arbeitsgemeinschaft Senioren der KAB Diözesanverband Würzburg in das Haus für soziale Bildung, Retzbach. Mit dem früheren Diözesanpräses Arnold Seipel suchten die Frauen und Männer Antworten auf diese Fragen. Seipel führte aus, dass zunächst die Spannung zwischen dem Ich und dem Wir, zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Ansprüchen, die andere an uns stellen, beachtet werden müssen. Der Egoist, der nur sich selber lebt, ist und bleibt eine Belastung für jede menschliche Gemeinschaft. Ziel jeder sozialen Erziehung müsse der Mensch sein, der auch ein Herz für andere hat. Eine entscheidende Orientierung biete die Bibel und die Christliche Soziallehre. Für gläubige Christen sei beides die wichtigste Orientierung. So sei das Sabbatgebot (Deut 5,12-14) das erste Sozialgesetz der Menschheit. Es gebietet schon im 6. Jhd. v. Chr., dass nicht nur der einzelne, sondern auch die Mitmenschen und sogar die Haustiere eines wöchentlichen Ruhetages bedürfen. Trotz vielseitiger Widerstände setze sich die KAB auch weiterhin für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags ein. Das Neue Testament zeige am Gleichnis des Barmherzigen Samariters und am Beispiel der Bergpredigt eindeutig, dass christliches und soziales Leben und Handeln zusammen gehören, so Seipel weiter. Über Seipels Thesen fand ein reger Meinungsaustausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, wobei deren unterschiedlichsten Erfahrungen Anlass zur Diskussion gaben.

Rudi Großmann

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