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Kiliani-Arbeitnehmerwallfahrt

Mauern in der Arbeitswelt abbauen – Vor Ausgrenzung und Spaltung in der Gesellschaft hat Weihbischof Ulrich Boom beim Kiliani-Tag der Handwerker und Arbeitnehmer am Samstag, 14. Juli, im Neumünster gewarnt.

Zu Beginn des Gottesdienstes lenkten Kolping-Diözesanpräses Domvikar Stephan Hartmann und KAB-Diözesanpräses Diakon Peter Hartlaub den Blick auf die vielen Mauern, vor denen Menschen in der heutigen Arbeitswelt stehen. Eine Mauer aus Pappkartons, die am Schrein der Frankenapostel errichtet wurde, zeigte dabei, woran es in der Arbeitswelt heute krankt, was arbeitende Menschen heute kränkt und krank macht: Konkurrenzkampf, Geiz-ist-geil-Mentalität, Unsicherheit des Arbeitsplatzes, Burnout, Mobbing, geringe Löhne, Aushöhlung des Sonntags. Bei den Fürbitten wurden die Nöte und Ängste in der Arbeitswelt ins Gebet genommen.„Wen wundert es, dass dann die Schere zwischen Armen und Reichen auch in unserer Gesellschaft immer größer wird“, sagte er beim Pontifikalgottesdienst, an dem rund 300 Handwerker, Arbeitnehmer sowie Mitglieder von Betriebs- und Personalräten, von Mitarbeitervertretungen, Kolpingfamilien, des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) teilnahmen.

In seiner Predigt erinnerte der Weihbischof an die Nöte und Ängste, Probleme und Sorgen, die es in der Arbeitswelt gebe. Konkret nannte er den Konkurrenzkampf, psychische Belastungen, oft menschenunwürdige Arbeitsverträge und die Arbeitszeit. Wert und Würde des Menschen seien in der Arbeitswelt oft gefährdet. Das, was in der Arbeitswelt erfahren werde, habe seine Auswirkungen über den Arbeitsplatz hinaus. „Die Lebenswelten von Arbeit und Privatleben wirken ineinander. Wo wir uns als Familie nicht mehr treffen, es schwer ist, gemeinsame Zeiten zu finden, ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, in dem Leben gelernt und gemeistert werden kann, gefährdet“, betonte Weihbischof Boom.

Weiter unterstrich er, dass der christliche Glaube die Menschen nicht aus der Welt herausnehme. „Der Glaube ist keine Zauberformel, die Probleme beseitigt. Er will auf Gott und seine Gerechtigkeit verweisen.“ Glaube nehme nicht die Sorgen und Nöte weg, er wolle die Angst nehmen, aus der Enge in die Weite, aus der Vereinzelung in die Gemeinschaft führen. Die Frankenapostel zeigten, wer Grund und Halt im Leben sei: Gott, der den Menschen am Kreuz in Jesus Christus seine Nähe und Liebe gezeigt hat. Die Bistumspatrone lüden ein, mitten in der Welt das Vertrauen in Gott zu legen. „Kilian nimmt uns mit, damit wir füreinander und für die Welt zu Menschen des Vertrauens werden“, bekräftigte Weihbischof Boom.

Rund 30 Fahnenabordnungen der beteiligten Handwerker und Verbände zogen vor der Feier unter den Klängen der Blaskapelle Hermann Gropp vom Vierröhrenbrunnen zum Neumünster. Unter anderem begleiteten Bäcker und Zimmerleute in traditioneller Berufskleidung die Fahnen ihrer Innungen. Eine Begegnung auf dem Kiliansplatz schloss sich dem Pontifikalamt an.

POW, 14.7.2012

Rudi Großmann

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