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Sind wir human oder kapital?

Frauennachmittag "Brot und Rosen" der KAB-Frauen am Untermain diskutiert die Entlassungswellen.

Aschaffenburg, 04.02.06 – Mit Entsetzen und Unverständnis nehmen die Frauen der KAB am Untermain die Wirtschaftspolitik Deutschlands zur Kenntnis. Es ist niemandem verständlich zu machen, wie Kündigungen trotz schwarzer Zahlen gerechtfertigt werden können, bei denen es nicht um betriebliche Belange sondern lediglich um Gewinnmaximierung geht. Der Slogan von Electrolux „alle unsere Produkte sind darauf ausgerichtet, Ihr Leben einfacher zu gestalten ... damit Sie sich zu Hause wohler fühlen“ klingt im Zusammenhang der AEG-Werkschließung in Nürnberg nicht nur zynisch sondern geradezu unverschämt und Menschen verachtend.

Wovon und womit sollen Arbeitslose ihr Leben zu Hause noch einfacher gestalten, als sie mit Hartz IV sowieso gezwungen sind. Natürlich gibt es Abfindungen die aber voll versteuert werden müssen und entsprechend angerechnet werden bevor weitere Leistungen erfolgen können. Leistungen, auf die die „freigesetzten“ Arbeitnehmer/innen angewiesen sein werden, da ihre Arbeitsplätze mit Subventionen ins Ausland verlagert werden. Sollen alle aus dem Nürnberger Werk mit nach Polen oder Italien ziehen?

Statt Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, werden Arbeitsplätze im Ausland mit Subventionen aus den deutschen EU-Nettobeitragszahlungen aufgebaut. Die Menschenwürde wird geradezu mit Füßen getreten. Wie lautet nochmal Art. 1 unseres Grundgesetzes ??? „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ Wenn aber Kapital wichtiger als HUMAN ist, wird der Schlüsselfaktor Personal, das sogenannte Humankapital, zum lästigen Übel???

Was bitte erzählen wir unseren Kindern und Enkeln zum Thema Schule, Lernen, Ausbildung? Wozu? In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass Familienplanung sehr eng mit Arbeitsplatzsicherung verknüpft ist. Wenn das Familieneinkommen nicht ausreicht um eine Familie zu ernähren, dann muss die Familienplanung eben warten !!!! Da bringt aller „propagierter“ Wirtschaftsfaktor Familie nichts.

Rudi Großmann

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