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KAB-Familien unterwegs

Kriminalmuseum Rothenburg o. d. T. – Säumige Kirchgänger, die am Vorabend zu tief in den Becher geschaut hatten, landeten in der „Trinkertonne“. Unehrliche Bäcker, die zu kleine Brötchen verkauften, wurden mit dem eisernen Käfig im Fluss untergetaucht. Das Schmunzeln vergeht en Besuchern angesichts der zahlreichen Folterinstrumente mit denen Geständ-nisse erpresst wurden. Den Gipfel bildeten die Hexenprozesse, die fast immer mit dem Feuertod endeten, nachdem die Beschuldigten unter der grausamen Folter alles zugaben, was ihnen die Anklage vorwarf.

Das war die „Vorgabe“ für den Ausflug mit der Bundesbahn nach Rothenburg. Bei schönem klaren Vor-Frühlingswetter machten sich die davon animierten KAB-Familien auf den Weg nach Rothenburg o.d.T. Wie immer mit der Schönwettergarantie ausgestattet, wenn Theresia Erdmann eine Reise vorbereitet und begleitet nutzten die Familien die lange Zugfahrt für das übliche Picknick, Kartenspielen, sich untereinander austauschen, planen wer wann mit wem und der KAB wohin fährt. In Rothenburg angekommen, das Kriminalmuseum gefunden, die Führung gebucht blieb den Familien noch eine Stunde Zeit für einen Spaziergang durch das zauberhaft mittelalterliche Rothenburg.

Bei der Führung wurden Begriffe wie „Schwedische Gardinen“ (Der Stahl für Gitter bei den mittelalterlichen Gefängnissen kamen aus Schweden, daher der Begriff für Haftstrafen „hinter schwedischen Gardinen sitzen“), Daumenschrauben anziehen erklärt; genauso über das „Gottesurteil“ berichtet und auf beeindruckende Weise vorgeführt, wie soziale Kontrolle funktionierte. Die Exponate kommen aus aller Welt und erwecken den Eindruck, dass es damals weitaus gefährlicher war, nicht angepasst zu leben. Klar erklärt wurde aber auch, dass die verhängten (Todes-)Strafen nicht so häufig waren, wie in historischen und sonstigen Romanen dargestellt wird.

Rudi Großmann

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