"Nie bereut"- Frauen im Widerstand
18. Februar 2026
Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime? Nein! Doch, diese Frauen gab es! Auch wenn die Geschichte meist nur Männer benennt, gab es sie:
Frauen, die weit mehr als nur Unterstützerinnen waren.
Der KAB Diözesanverband Würzburg widmete diesem bedeutsamen Thema einen spannenden Abend. Das Duo Bassion mit Birgit Süß (Texte und Gesang) und Klaus Ratzek (Musikalisch visuelle Installation) präsentierten das Programm „Nie bereut – Frauen im Widerstand 1933–1945“.
Birgit Süß ließ uns am Leben einiger dieser mutigen und ideenreichen Widerständlerinnen teilhaben. Mit ihren Texten und Liedern begleitet von Klaus Ratzek, mit Kontrabass, Loops und Euphonium, gelang ihr eine berührende Hommage an diese Frauen.
Wie leisten Frauen Widerstand?
Viele der zahlreichen Frauen im Kampf gegen das NS-Regime sind Einzelkämpferinnen oder in kleinen Gruppen organisiert. Sie halten in ihren Wohnungen konspirative Treffen ab, verteilen Flugblätter, tätigen Kurierdienste, verstecken verfolgte Menschen, leisten Fluchthilfe. Sie stellen nötige Kontakte her und organisieren Fluchtwege. Ihr Widerstand zeichnet sich durch Solidarität und Unterstützung mit Verfolgten aus unter großer Gefahr für ihr Leib und Leben. Bei Entdeckung sind die Folgen ihres Mutes Verfolgung, Ausweisung, Gefängnis, KZ und oft auch Hinrichtung.
Welche Frauen leisten Widerstand?
Der Abend konnte einigen Frauen im Widerstand mit ihrer Biographie ein Gesicht geben, zum Beispiel:
Ilse Totzke, längere Zeit wohnhaft in Würzburg, trägt kurze Haare, Anzug und Krawatte und hat Kontakte zur jüdischen Bevölkerung, deshalb stetige Beobachtung durch die Gestapo. Sie verhilft 1942 zwei Jüdinnen zur Flucht in die Schweiz, eine weitere Fluchthilfe 1943 misslingt und Ilse muss ins KZ Ravensbrück. Ilse überlebt.
Hilde Coppi, Mitglied der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“. 1942 wird sie hochschwanger von der Gestapo verhaftet. Im November 1942 kommt ihr Sohn zur Welt, und am 20. Januar 1943 wird sie wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Feindbegünstigung, Spionage und Rundfunkverbrechen“ zum Tode verurteilt. Die Unmenschlichkeit des Regimes zeigt sich darin, ein Gnadengesuch abzulehnen und gleichzeitig Hildes Hinrichtung bis in den August aufzuschieben, damit sie ihr Neugeborenes so lange stillen kann.
Das Partisanenlied„Bella Ciao“ und „Die Moorsoldaten“ - geheime Hymne des NS-Widerstands - sind ein wichtiger Teil des Vortrags.
Foto 1+2: R. Goj
Foto 3: E. Bausch



