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Generationendialog zur Rentenreform

30. September 2026
Foto: Barbara Mantel

Wie lässt sich die gesetzliche Altersvorsorge zukunftssicher und fair für Jung und Alt gestalten?

Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Josef am 18. September in Schweinfurt. Unter der Moderation des KAB-Vorsitzenden Harald Mantel diskutierten auf dem Podium Dieter Wagner als Vertreter der Senioren Union und Thomas Stuckert für die Junge Union über die aktuellen Pläne der Rentenkommission.

Harald Mantel führte mit kurzen Impulsen durch die verschiedenen Themenblöcke des Abends und eröffnete die Diskussion mit einem prägnanten Rückblick auf die Entwicklung der Rentenfinanzierung: Standen zu Beginn des derzeitigen Systems noch sechs Arbeitnehmer einem Rentner gegenüber, sichern heute nur noch zwei Beitragszahler eine Rente – Tendenz weiter fallend. Diese veränderten Vorzeichen machten die Kernfrage des Abends umso dringlicher: Wie sieht echte Generationengerechtigkeit aus?

Auf die Frage, wie der demografische Wandel abgefedert werden kann, blickte Thomas Stuckert kritisch auf den Faktor Zuwanderung. Um das Beitragsproblem rein über Migration zu lösen, müssten jährlich mehr als 400.000 erwerbstätige und beitragszahlende Zuwanderer nach Deutschland kommen. Aus der Perspektive der Jungen Union könne die Rentensicherung der jüngeren Generation daher nicht allein durch Migration bewältigt werden.

Verlässliche Persspektiven

Dieter Wagner betonte hingegen die Notwendigkeit verlässlicher Perspektiven: Die Rente müsse auch für junge Menschen schon in frühen Jahren planbar sein. Eine umfassende Reform sei seit Langem überfällig, da sich die strukturellen Probleme bereits in den 1980er-Jahren abgezeichnet hätten. Um sowohl Generationengerechtigkeit als auch soziale Gerechtigkeit herzustellen, plädierte Wagner für eine breitere Finanzierungsbasis und forderte, künftig auch Beamte, Selbstständige und Minijobber in die Rentenkasse einbezogen werden sollten.

Auch die Pläne der Kapitalmarktrente wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet – Konsens bestand darin, dass der staatliche Anteil gesichert sein muss, wohingegen die Anlageform des Einzelnen mit verschiedenen Risikofaktoren von beiden Generationenvertretern als durchaus praktikabel erachtet wurden.

Differenzierte Sicht der jüngeren Generation

In der Sorge um Studierende und Gründer zeigte sich die differenzierte Sichtweise der jüngeren Generation. Thomas Stuckert gab zu bedenken, dass insbesondere Schüler und Studierende auf Zuverdienste angewiesen seien und durch verpflichtende Rentenbeiträge spürbare Einbußen erleiden würden; hier seien Ausnahmeregelungen zwingend erforderlich. Zudem sah er Risiken für die Gründerszene: Eine Beitragspflicht ab dem ersten Tag der Selbstständigkeit könne Start-ups überfordern, da in den Anfangsjahren oft noch keine ausreichenden Erträge erwirtschaftet werden.

Trotz unterschiedlicher Detailansichten herrschte auf dem Podium Einigkeit darüber, dass das Rentensystem dringend reformiert werden muss. Während Dieter Wagner forderte, am derzeitigen Konzept der Rentenkommission an entscheidenden Stellen nachzusteuern, zog Thomas Stuckert ein weitgehend positives Fazit zu den aktuellen Plänen. Der lebhafte Austausch machte deutlich, wie wichtig der direkte Dialog zwischen den Generationen ist, um tragfähige Lösungen für die Zukunft der Altersvorsorge zu finden.

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