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Arbeitszeitgesetz ist unverzichtbar!

12. Februar 2026
KAB/canva

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) spricht sich deutlich gegen die von Bundeskanzler Merz zu Beginn des Jahres in Spiel gebrachte Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes aus. Gesundheitsschutz, geregelte Arbeitszeiten und der arbeitsfreie Sonntag bilden zentrale Grundlagen einer fairen Arbeitswelt.

Diese Standards dürfen nicht abgeschwächt werden. Mit Unverständnis reagiert der Bundespräses der KAB, Stefan-Bernhard Eirich, auf die Anmerkung des Kanzlers, kaum einer der Arbeitgeber würde sich an die Vorgaben des Gesetzes halten. Merz, so Eirich, ziehe damit die harten Bemühungen all jener, die für diese Vorgaben kämpfen, ins Lächerliche. Damit nicht genug: „Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, auf das Arbeitszeitgesetz verzichten zu wollen, gefährdet er den Schutz der Beschäftigten und verstößt zugleich gegen europäisches Recht“, ergänzt der KAB-Bundespräses.

Das Arbeitszeitgesetz setzt die europäische Arbeitszeitrichtlinie verbindlich in nationales Recht um. Es legt Höchstarbeitszeiten, Mindestruhezeiten, Pausen und den Schutz von Sonn- und Feiertagen fest. So wird sichergestellt, dass Beschäftigte vor Überlastung geschützt werden und soziale Teilhabe möglich bleibt.

Die KAB betont die wichtige Rolle der Tarifparteien. Gute Arbeitsbedingungen entstehen durch Tarifverträge – aber nur, wenn ein klarer gesetzlicher Rahmen die Mindeststandards sichert. „Ohne diese gesetzlichen Schutzvorgaben geraten Beschäftigte unter Druck, besonders dort, wo Tarifbindung nicht flächendeckend besteht“, so Eirich.

Gerade in einer digitalisierten Arbeitswelt, in der Arbeit und Freizeit zunehmend verschwimmen, sind klare Regeln wichtiger denn je, um Gesundheit und Menschenwürde zu schützen.

Zugleich, betont die ehrenamtliche Diözesanvorsitzende der KAB Würzburg, Theresia Erdmann, schützt das Arbeitszeitgesetz Familien in verschiedenen Situationen, angefangen von pflegenden Angehörigen bis zu dem ehrenamtlichen Engagement in Sport, Kirche oder anderen gesellschaftlichen Bereichen. Nur durch das Arbeitszeitgesetz ist es möglich, gemeinsame Zeit mit der Familie und die eigenen Bedürfnisse für das Wohlergehen und die persönliche Entwicklung planen zu können.

Peter Hartlaub, Diözesanpräses der KAB Würzburg und Betriebsseelsorger in der Region Schweinfurt, macht deutlich, dass durch die steigende Dauer der Arbeitszeit die Häufigkeit von Krankheit und Unfällen steigt. Klar sei auch, dass kürzere Arbeitszeiten produktiver sind.

 

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